Tourenwoche Tannheimertal
Sonntag, 31. August 2025: Anreise
Der Reisesonntag führte durch das Rheintal, das Allgäuer Seenland, über die Wasserscheide Rhein – Donau ins Tiroler Tannheimertal. Im Hotel Goldenes Kreuz eingecheckt verbleibt uns Zeit für einen kurzen Besuch des Neunerköpfle. Wisi orientiert uns über die umliegenden Berge. Welcher ist wo? Die in der folgenden Woche vorgesehenen Berggipfelersteigungen strotzen mit ihrem ersten Eindruck. Vor dem Nachtessen reichte es noch für ein Einstimmungsbier oder Motivationstrunk im Hotel Zum Ritter.
Louis Kälin
Montag, 1. September 2025: Klettersteig Iseler
Gruppe schwer
Der Edelrid-Klettersteig – in Anlehnung an eine Kletterausrüstungsfirma - befindet sich an der Nordflanke des Iseler (1876). Wir nehmen hierzu die Wiedhag Sesselbahn, welche in Oberjoch, Deutschland startet und auf der Wiedhagalpe, auf rund 1500 müM endet. Nach einem kurzen Abstieg führt der Weg in etlichen Kehren bis knapp unterhalb des Gipfels, weshalb man sich zurecht fragt, ob sich der Klettersteig überhaupt lohnen wird. Auf rund 1630m beginnt nun doch der Start der «via ferrata». Wir traversieren dabei praktisch die gesamte Nordflanke des Iseler von West nach Ost. Die Befestigungsanker sowie die Stahlseile sind zuverlässig angebracht. Der Fels ist jedoch hie und da brüchig. Kurz unterhalb des Gipfels teilt sich der Klettersteig auf, in eine relativ kurze Ausstiegsvariante zum Gipfel des Iseler und eine Möglichkeit, welche östlich des Gipfels in den Sattel zwischen Iseler und dem Kuhgundkopf (1907m) lenkt. Wir entscheiden uns für die zweite Variante und stellen bald fest, dass zuerst ein langer Abstieg vorgegeben ist. Um mehrere Verschneidungen und Rinnen herum setzt sich die insgesamt genussvolle, technische Kletterei fort. Bald sehen wir in der Ferne den erwähnten Sattel. Mit lautem Gejohle gibt sich die Gruppe «Wisel» zu erkennen, welche über den Iselergrat aufgestiegen ist und uns vom Sattel her erkannt hat. Kurze Zeit später erreichen auch wir die Krete, verstauen unser Klettersteigset im Rucksack und steigen über den Kuhgundkopf (1907) auf dem gut markierten, hie und da mit Eisenplatten versehenen Grat hinunter bis zum Zollhäuserl. Da der Schmugglersteig direkt daran vorbeiführt, muss dem Zöllner wohl viel Schnapserl gespendet worden sein, dass sich das Schmugglen lohnte. In scharfer Rechtskurve nehmen wir nun den Höhenweg bis zur Bergstation der Wannenjochbahn. Selbst das Bergrestaurant müssen wir links liegen lassen, stattdessen setzen wir uns sofort in die Sesselbahn nach Schattwald hinunter, wo wir unsern Durst mit gegerbter Flüssigkeit endlich löschen können.
Benno Reichlin
Montag, 1. September 2025: Wannenjoch, 1852m zum Iseler, 1876m
(Gruppe mittel)
Gruppe Wisi mit Bernhard, Johanna und ich entscheiden sich für die Überschreitung des Wannenjoch zum Iseler. Das Wetter ist uns wohlgesinnt und präsentiert einen sonnigen Tag. Nach einer 10-minütigen Fahrt stehen wir vor der Talstation der Wannenjoch-Sesselbahn in Schattwald, für die unsere Tannheimer Tal Card Einlass gewährte. Die Sesselbahn fährt so still, dass man meinen könnte man befinde sich in einem Schallraum. Für den Aufstieg ab der Bergstation zum Wannenjochgipfel wählten wir den Weg Nr. 76. Er ist bei den Einheimischen bekannt als Schmugglersteig und liegt auf der Grenze zwischen Deutschland und Österreich. Erst geht es Richtung Norden 100m abwärts, am Zollhäuschen vorbei und schon ist der linke Fuss in Tirol und der rechte im Allgäu. Wisi hat seine Schrittzahl den ihm folgenden Tempomaten angepasst. Über den T3 schwierigen Kühgundrücken steigen wir immer höher bis wir nach 50 Minuten den Gipfel des Wannenjoch erreichen. Unsere Blicke zum Norden gelten den Allgäuer Alpen, jene gen Süden den Tiroler Bergen. Es ist Zeit für den 1-stündigen Gratweg zum Iseler, für den in der Beschreibung „Trittsicherheit und Schwindelfreiheit“ gefordert wird.
An der Nordseite des Iseler üben die Kletter-Einsteiger am SALEWA Klettersteig. Wir bevorzugen den Abstieg auf dem Normalweg zur Oberen Ochsenalpe. Auf halbem Wege treffen wir auf die Gruppe Regula. Gemeinsam geht es zur Wiedhag-Sesselbahn, hinunter zum Oberjoch und zurück zum Hotel Goldenes Kreuz in Tannheim.
Louis Kälin
Montag, 1. September 2025: Widhagalpe – Iseler
(Gruppe leicht)
Die erste Tour dieser Veteranenwoche führte uns auf den südlich des Oberjochs gelegenen Iseler. Um 8.30 Uhr versammelte sich die Stammtruppe Regula mit 3 Frauen und 2 Männern vor dem Hotel Goldenes Kreuz, unserer Basis. Die kurze Autofahrt bringt uns ins nahegelegene deutsche Oberjoch, zur Talstation der Wiedhag-Sesselbahn. In der Morgenkühle überwinden wir fahrend die darauffolgenden rund 300 Höhenmeter und erreichen die Bergstation am Speichersee der Wiedhagalpe.
Die letzten Vorbereitungen für den Marsch, und schon ziehen wir des Weges. Erst noch über grüne Alpweiden, dann steiler Zick-Zack zwischen den Legföhren höher zum 1876m hohen Gipfel des Iseler. Er ist ein Nebengipfel des Kühgundkopfs und besteht aus Hauptdolomit. Beim Gipfelkreuz geniessen wir nach 1½-stündigem Aufstieg unseren Imbiss, die Aussicht auf die Allgäuer Berge und deren sanfte Landschaft.
Doch allmählich bedeckte sich das über uns liegende Blau und Nebel schleicht ohne ein bestimmtes Ziel zu haben umher. Es wird kühler und Regula entscheidet sich für den Abstieg zurück zur Bergstation. Während wir uns noch einen kurzen Halt gönnen, trifft die Gruppe Wisi ein. Gemeinsam beenden wir mit der Rückfahrt auf der Sesselbahn die erste Bergtour.
Regula, herzlichen Dank für diese schöne Auftaktwanderung.
Silvia Amstad
Dienstag, 2. September 2025: Königsschlösser
(Gruppe Schwer/mittel)
Was mached mer ächt hüt Schlaues, wenn es allport ä chli regnet. Das fragten wir uns schon am Vorabend beim Diner. Aber unsere Reiseleitung wollte die Katz noch nicht ganz aus dem Sack lassen und verratet uns nur wage Vermutungen. Nach dem Zmorgen war das Wetter so lala, und es wurde eine ungefähr 3-stündige Wanderung ums Ludwig-Schloss im Deutschen Schwangau mit zusätzlicher Seeumrundung angesagt. Rägäghüdel und Schirm mitnehmen, nicht jammern und den Tag von der guten Seite anpacken war das Beste.
Eine kurze Autofahrt durch das romantische Engetal bracht uns vorbei am deutschen Pfronten. Nachher gings wieder am Fluss Fils entlang durchs Österreichische, nach er zur deutschen Stadt Füssen, wo die Lech schon ein chächer Fluss ist und sich noch vor der Stadt über ein riesiges Wehr zähmen ließ. Und jetzt fängt der touristische Teil, nicht unseren alpinistischen Vorstellungen entsprechenden Gesinnungen an. Riesige Parkplätze, viele Busse und Prozessionen einander nachlaufenden Menschen prägten das Strassenbild. Und wir mussten da durch, doch Alois fand auch hier den Weg, wo nicht so viel Sandalenschlarpis waren. Aber vor Ludwigs Schloss wurde unser Gemüt vor der Grösse des Gebäudes trotz Nieselregen fast zum Sieden gebracht. Wir fragten uns, wie mancher armen Cheib hier Blut geschwitzt hatte.
Oberhalb dem Schloss kamen wir an eine tiefe Schlucht mit der Marienbrücke, bei der ob der vielen Fotografen kein Durchkommen war. Ein paar von uns wollten möglichst schnell weg und marschierten nach der Brücke weiter, aber ohä lätz wir müssen wieder retour. Unser Weg führte durch den Wald bis zu einer Waldlichtung, wo unser Plan, abseits zu gehen, einfach mit roten Sperrbändern versperrt war. Nach längerem Studium der Karten und der blöden Situation entschlossen wir uns, nach gut schwyzerischer Denkweise den oberen versperrten Weg zu gehen. Ein schöner Weg durch einen Bergwald mit Bachquerungen und etlichen ä chli versarten Stellen beglückte uns. Erst als der Motorsägen-Lärm hörbar wurde, entschlossen wir uns, auf die untere Waldstrasse zu dislozieren.
Am See angelangt nahmen wir die mittags Verpflegung ein. Kaum war alles runtergeschlückt, fings es wieder zu regnen an und wir nahmen die Seeumrundung unter die Füsse. Am Ende des Sees war wieder ein Schloss (Schloss Hohenschwangau), das wir bestaunten. Aber der Durst lockte immer mehr und auf einer Waldstrasse erreichten wir wieder den Ausganspunkt, wo wir uns in einer Bierhalle niederliessen. Alle meinten ,es sei gar nicht so ein leider Ausflug gewesen. Anschliessend fuhren wir wieder ins österreichische, ruhige Tannheim zurück.
Josef Wiget
Dienstag, 2. September 2025: Schloss Neuschwanstein und Alpsee
(Gruppe leicht)
Da es am Morgen schon regnete, kam vom Chef der Vorschlag, die Schlösser Neuschwanstein zu besuchen. Die Option war, die Elitegruppe macht noch eine Wanderung und die Gemächlichen wandern um den Alpsee. Alle waren sofort einverstanden. Mit PW ging es nach Deutschland. Dass wir nicht alleine waren, bemerkten wir schon auf dem Parkplatz. Freundlich wie wir waren, grüssten wir alle mit Grüetzi, Grüss Gott, Pfüet Euch oder ganz international mit Hallo. Zuerst der Aufstieg zum Schloss Neuschwanstein. Das Schlossinnere kann man nur auf Voranmeldung besuchen. Wir waren schon beeindruckt von der Ansicht. Das Schloss wurde im Auftrag König Ludwig II in den Jahren1862 bis 1892 erbaut. Im Jahre 2025 wurde Neuschwanstein als Teil der Schlösser König Ludwigs II. von Bayern zum UNESCO Welterbe ernannt. Mit 1.082.816 Besuchern zählte es 2024 zu den meistbesuchten und berühmtesten Sehenswürdigkeiten Deutschlands. Anschliessend besuchten wir die Marienbrücke, nach der Mutter des Königs benannt. Von hier aus hatte man einen grandiosen Blick auf das Schloss. Wir machten uns auf den Weg zu der Seeumrundung. War uns bis jetzt das Wetter hold, fing es gleich zu regnen an. Aber der Spuk war bald wieder vorüber. Eindrücklich war, wieviel Wald als Sturmholz am Boden lag. Wir hatten noch Zeit ein typisch bayrisches Braustüberl zu besuchen, bevor es wieder nach Österreich zurückging.
Beat Suter
Mittwoch, 3. September 2025: Schartschrofen 1968 m – Rote Flüh 2111 m – Gimpel 2176 m
(Gruppe schwer/mittel)
Bestes Wetter und angenehme Temperaturen, ein wunderbarer Tourentag tut sich auf. Es sollte ein bisschen der Tag der Detachemente werden, heute. Während Regula ihr Detachement direkt von Nesselwängle über einen respektablen Höhenunterschied via Tannheimerhütte zum Gimpelhaus führt, trägt die Gondelbahn die beiden anderen Detachemente, sprich die Gruppe Wisel und Res, ab dem Weiler Grän anstrengungslos zum Füssener Jöchle 1830 m. Was für eine Aussicht. Bereits während der Bahnfahrt fällt unser Blick erfreut auf äsende Gämsen. Den ganzen Tag teilen sie heute in grosser Zahl mit uns den Lebensraum und erfreuen unsere Gemüter.
Oben angekommen macht sich das Detachement Wisel sofort auf den Weg Richtung Rote Flüh. Mit einem anfänglichen Abstieg von über 150 Höhenmetern verbunden gelingt ihm die Umgehung des Schartschrofen und erreicht so gemeinsam mit dem Detachement Res die Gelbe Scharte. Res führt seine Mitstreiter unterdessen zum Gipfel des Schartschrofen, überschreitet diesen und steigt über den Friedberger Klettersteig ebenfalls hinunter in besagte Scharte. Ein neues Feeling für die meisten, einen Klettersteig von oben nach unten zu bewältigen. Ich muss sagen, es macht grossen Spass, die Gesetze der Schwerkraft auf diese Weise zu bändigen.
Freudige Wiedervereinigung der beiden Detachemente in der Gelben Scharte. Von da führt ein teilweise gesicherter Steig zum Gipfel der ‚Rote Flüh‘ dem eigentlichen Tagesziel von heute. Auf dem Gipfel dürfen sich beide Detachemente freudig zum gelungenen Aufstieg beglückwünschen. Der gemeinsame Abstieg führt steil zur Judenscharte und von dort durch das nicht weniger eindrucksvolle Gamskar, welches seinen Namen wie schon angedeutet nicht zu Unrecht trägt. Eine wahre Freude, diesen vierbeinigen Alpenkletterern bei der Äsung zuzuschauen. Bereits auf dem Gipfel der Roten Flüh bildet sich ein weiteres kleines Detachement. Es lockt in unmittelbarer Nachbarschaft der Gipfel des nicht ganz gruppentauglichen Gimpel 2176 m, ein veritables Highlight in den Tannheimer Bergen. Ab der Judenscharte beansprucht der Aufstieg ca. eine Stunde, wobei der Steilheit geschuldet alle vier Gliedmassen für die Fortbewegung vonnöten sind. Eine Freude, dass auch dieser Spitz gelingt und uns als Gäste empfängt. Ein Detachementsmitglied beschreibt diesen Gipfelbesuch wie folgt:
Wo Gimpel sich und Himmel küssen
den Aufstieg wir beenden müssen
weil wir, auf diesem spitzen Kloben
plötzlich hocken z’oberst oben.
Wir essen nun ein kleines Bitzi
bevor es stotzig geht durnidsi
beim Gimpelhaus da treffen wir
die Andern wieder, schon beim Bier.
Und tatsächlich, alle drei bzw. vier Detachemente gönnen sich die Einkehr in der selben Hütte, auf der Sonnenterrasse des Gimpelhauses, was der perfekten Tourenplanung ein eindrückliches Zeugnis ablegt. Der abschliessende Abstieg auf wunderbarem Bergweg nach Nesselwängle rundet den gelungenen Tourentag harmonisch ab. Ein wunderschönes Tourenerlebnis ist Geschichte und hinterlässt lauter müde aber glückliche Detachementsmitglieder. Wisel, diese Tourenplanung und -leitung ist ein echtes Gesellenstück. Grosses BRAVO und tausendmal Danke. In den Dank einschliessen will ich selbstverständlich auch Res und Regula.
Hans Reichmuth-Flecklin
Mittwoch, 3. September 2025: Tannheimer Hütte - Gimpelhaus
(Gruppe leicht)
Vor dem Hotel besammeln sich 5 Frauen und 2 Männer. Wir fahren mit den PW nach Nesselwängle zum Ausgangspunkt unserer Wanderung. Beim Haldensee hat niemand Lust, ein Bad zu nehmen. Die zwei Herren suchen mit Regula einen Parkplatz und machen für uns einen Umweg. Nach einer Viertelstunde Aufstieg geht es wieder hinunter, da wir den hinteren Weg hoch gehen. Auf halber Höhe haben wir einen tollen Ausblick auf den Haldensee und ins Tal. Der Weg führt uns über Serpentinen, oberhalb teils steil durch den Waldgürtel zur Bergzigeunerhütte, die nicht bewirtschaftet wird. Hier machen wir bei den Schafen Pause und essen Znüni. Wir sind uns einig, dass es ein wunderbar angelegter Weg durch den Wald ist. Alle sind in Gedanken versunken und geniessen die schöne Bergwelt. Weiter geht es in leichtem Auf und Ab auf dem wunderschönen Weg, vorbei an eindrucksvollen Felsen durch die Südhänge zur Tannheimer Hütte auf 1713 m. Die Hütte wurde von der Sektion Allgäu-Kempten des Deutschen Alpenvereins im Jahre 2024 neu erbaut. Wir werden von einer Schar Hühner samt Güggel empfangen. Es bietet sich eine spektakuläre Sicht auf die faszinierende Allgäuer Bergwelt mit ihren saftigen Almen und tiefen Wäldern. Wir kehren gerne ein und lassen es uns gut gehen. Von hier aus kann man auf die Rote Flüh, den Gimpel und die Köllenspitze klettern. Unser Weg führt uns zum Gimpelhaus, wo wir auf die Gruppen von Wisel und Res treffen. Wir steigen unterhalb der Materialseilbahn wieder ab und beenden die Rundtour, wo wir von unseren Herren wieder abgeholt werden. Danke für den Service und Regula für die schöne Tour.
Heute ist im Goldenen Kreuz Ruhetag, deshalb dürfen wir am Abend im Hotel zum Schwarzen Adler auswärts essen.
Johanna Rütschi
Paula Betschart
Donnerstag, 4. September 2025: Vilsalpsee - Rauhorn - Gaishorn Überschreitung
(Gruppe schwer/mittel)
Im Führer ist folgendes zu lesen: Mit dem Gaishorn, Gaiseck und Rauhhorn stehen 3 dominante Gipfel rund um den Vilsalpsee im Tannheimer Tal auf der Agenda. Durch die unmittelbare Nähe zueinander kann man sie sehr gut zu einer Tagestour verbinden ohne dazwischen massiv Höhe ab- und wieder aufbauen zu müssen. Das Rauhhorn wird dabei sogar in einer schönen Gratkraxelei überquert.
2 Frauen und 7 Mannen reisten mit ÖV zum Vilsalpsee. Von da wanderten wir zuerst dem See entlang und dann immer steiler bergauf unserer Grattour entgegen. Als es endlich etwas weniger gäch wurde konnten wir einen verdienten Schluck nehmen und unseren Schweiss abwischen. Wisel und Benno entschieden sich an der Weggabelung auf das Rauhorn zu verzichten und direkt zum Gaishorn aufzusteigen. Guide Res und seine 7 Schäfchen gingen unterhalb der Gipfel weiter bis zum Einstieg des Rauhorngrates. Von da weg konnten wir eine abwechslungsreiche Gratkletterei geniessen. Immer, wenn wir dachten, das ist jetzt der Gipfel, kam dahinter noch ein Turm zum Vorschein. Schliesslich erreichten wir nach ca. 4 Stunden das Gipfelkreuz des Rauhorns auf 2241m.
Nun konnten wir den weiteren Gratverlauf und auch das Gaishorn sehen. Zuerst ging es wieder 200Hm hinunter, zum Teil mit Drahtseilen gesichert zur vorderen Schafwanne. Dann erneut 200Hm hinauf zum stolzen Gipfelkreuz des Gaishorns 2247m. Wir genossen bei schönstem Wetter das Tannheimer Panorama mit dem Tiefblick zum Vilsalpsee. Anschliessend ging es im Abstieg 300Hm über Schuttfelder und steile Pfade auf einen Graskamm. Von da weiter im Auf und Ab über einen kleinen Pass hinunter zur oberen Rossalpe, wo wir gerne bei der Älplerfamilie einkehrten und ein bekanntes isotonisches Getränk mit Schaum obendrauf genossen. Die Kinder stellten uns ihren Hund mit dem seltenen Namen «Josefa» vor.
Frisch gestärkt nahmen wir das letzte Teilstück hinunter zum Vilsalpsee in Angriff. Schon bald stand uns im steilen Schotterweg ein Hindernis im Weg. Es war eine 16-jährige Kuh, die nicht mehr weiter runter wollte, bzw. konnte. Wie wir am andern Tag erfahren durften, musste sie erlöst werden und erreichte den Talboden nicht mehr lebendig.
Wir hingegen kehrten nach absolvierten 15km Distanz und 1300Hm zufrieden ins Hotel nach Tannheim zurück.
Danke an Wisel und Res.
Toni Heinzer
Regula Rey
Donnerstag, 4. September 2025: Grosse Schlicke
(Gruppe leicht)
Von Grän aus nehmen wir die Seilbahn zum Füssener Jöchle. Ein Wanderweg durch Latschen, über Wurzeln, Steine und kurze sonstige Hindernisse führt uns zum Reintaler Jöchle und zur Vilser Scharte. Dann über felsiges und rolliges Gelände hinauf zur Grossen Schlicke auf 2059m. Uns gegenüber zeigen sich die bekannten wilden Gipfel von Gimpel, Rote Flüh und Köllenspitze, die am Vortag von der Gruppe Wisel/Res bezwungen wurden. Nördlich der Grossen Schlicke öffnet sich die grosse Ebene mit der Stadt Füssen, den Schlössern, kleinen und grossen Seen und der Lech, die nach Norden durch Augsburg in die Donau fliesst.
Nach dem Besteigen der Grossen Schlicke geht’s in Serpentinen talwärts zur Füssener Hütte, wo wir zur Stärkung für den Aufstieg noch etwas Flüssiges zu uns nehmen.
Es ist sehr heiss geworden in der Zwischenzeit. Wir haben noch 300hm Aufstieg vor uns. Im gemächlichen Schritt, den uns Beat vorgibt, wandern wir ächzend und schwitzend hinauf zum Reintaler Jöchle. So, die Höhenmeter sind geschafft, die Seilbahn ins Tal ist in Sicht. Wir freuen uns, dass wir mit der Bahn runtergondeln und uns so den Abstieg von 700hm ersparen können.
Regula Rey
Freitag, 5. September 2025: Vilsalpsee und Wasserfall
(alle Gruppen)
Es regnet stark. Ein Spaziergang zum Vilsalpsee mit Einkehr auf der Vilsalpsee-Alp ist angesagt. Es geht durch den Wald, ein grosser einfacher Wanderweg führt uns im Wald durch Pfützen und Dreck. Aber dies kümmert niemanden, denn wir freuen uns auf den Kaffee und die Suppe in der Alpwirtschaft. Die Gruppe Regula beschliesst, den Weg direkt zurück zur Seewirtschaft unter die Füsse zu nehmen. Der Rest wagt sich noch weiter auf den Rundweg zum Wasserfall. Einige Hindernisse sind hier zu bezwingen, Bäche zu überqueren, auf glitschige Steinstufen dem Wasser auszuweichen, die Gefahrenstelle beim Steinschlaghang zügig zu durchschreiten und so den See im Gegenuhrzeigersinn zu umrunden. Wir treffen uns alle im Gasthaus Vilsalpsee und fahren nach der Verköstigung mit Kaffee und Kuchen zurück mit dem Bus ins Hotel, während zwei nimmermüde Kollegen auch noch zurück zum Hotel laufen..
Regula Rey
Samstag, 6. September 2025: Überschreitung Bscheisser – Ponten - Rohnenspitze
(Gruppe schwer)
Nach der wasserlastigen Kost von gestern dürfen wir uns heute wieder auf sonnengereiftere Genüsse freuen.
Wer möchte denn bitte schön heute das Menü mit den drei 2000er-Filetstücken? – Zwei Mal die Damen, sehr gerne, vielen Dank, sechs Mal die Herren, danke schön, sehr gerne, danke, vielen Dank, sehr gerne, bitte schön, danke schön.
Auf geht’s mit dem Auto nach Schattwald, zur Talstation der Wannenjochbahn. Paarweise lassen wir uns in den Sesseln hochhieven auf 1560 m. Ab jetzt ist Beinarbeit gefragt. Meist leicht ansteigend gewinnen wir auf dem Schmugglersteig weitere Höhenmeter, bis wir vom Stuibensattel aus den ersten Gipfel in Angriff nehmen. Bscheisser heisst er – vielleicht weil man sich oben für die 2000 m etwas strecken muss? – aber wir haben ihn nach 1½ Stunden (statt der markierten 2½ Stunden) ganz ehrlich erklommen. Ja, ja, wir sind halt immer noch ein bisschen rüstig!
Die wunderbare Aus- und Weitsicht kann man einfach nur geniessen, und das wird sich auch auf den folgenden Gipfeln mit leicht veränderten Perspektiven stets wiederholen. Auch andere Berggänger*innen nutzen die optimalen Bedingungen. Sie werden von uns zusätzlich mit klugen Sprüchen beglückt.
Immer mehr oder weniger dem Grenzverlauf zwischen Tirol (A) und Allgäu (D) entlang steigen wir wieder abwärts, ebenaus und erneut aufi zum Ponten 2045 m, dem höchsten Punkt der heutigen Tour.
In ähnlichem Verlauf, angereichert mit etwas Kletterei, gelangen wir schliesslich auch zum dritten Gipfel, der Rohnenspitze 1990 m. Hier wird definitiv gegessen und noch einmal ausgiebig ins Rund geguckt. Praktisch alle unsere Gipfelziele der letzten Tage grüssen gut erkennbar ein letztes Mal aus der Ferne. Von nun an geht es nur noch abwärts, rund 900 Höhenmeter müssen vernichtet werden, grossenteils über stotzige Schotterwege. Das tun wir zügig und in einem Schnuuz, so dass wir schon am frühen Nachmittag wieder bei der Talstation der Wannenjochbahn ankommen. Zusammen mit der Gruppe Wisel stossen wir im Lokal von Tante Emma auf die super gelungene Tourenwoche an.
Hat’s geschmeckt, meine Dame? – Jaah! – Danke, sehr gerne die Dame, bitte schön.
Hat’s geschmeckt, mein Herr? – Jaah! – Danke, sehr gerne der Herr, bitte schön, danke schön.
Danke, ihr Reys, sehr schön, danke schön, vielen Dank!
Erwin Schleiss
Die Gruppe mittel war auf der selben Route unterwegs, wobei sie jedoch die Rohnenspitze ausgelassen hat und von Zirleseck direkt durch das Pontental nach Schattwald abstieg.
Samstag, 6. September 2025: Sulzspitze
(Gruppe leicht)
Vom Hotel zur Seilbahn aufs Neunerköpfle ist es eine gute Viertelstunde zu Fuss. Schon viele Autos und Touristen sind unterwegs. Es ist Samstag und aus dem Süddeutsche Raum strömen die Besucher ins Tannheimer Tal. Wir quetschen uns in die Seilbahn-Kabine, mit uns eine junge Dame, die, so erzählt sie uns, auf dem Weg zur Arbeit in der Gappelfeldalm ist. Diese Gappenfeldalm wollen wir ja auch besuchen. Doch zuerst wandern wir über die Obere Strindenalpe auf dem Saalfelder Höhenweg. Die Kühe und Rinder auf den Alpwiesen und besonders jene, die genau auf unserem Weg stehen oder liegen, lassen sich durch die Touristen nicht stören. Und es sind unzählige Wanderer, die an ihnen vorbeiziehen, den Kuhfladen und Pfützen ausweichen und auf dem noch vom Vortag regengetränkten Weg versuchen, den ärgsten Drecklöchern auszuweichen.
Vor der Gappenfeldscharte zweigt unser Weg ab, hinauf zur Sulzspitze auf 2084m. Er führt über eine steile Alpwiese und im oberen Teil über kleine Felsstufen. Auf dem Gipfel freuen wir uns über die wunderschöne Aussicht ins Tannheimer Tal und geniessen die Berge der Allgäuer Alpen. Auf dem gleichen Weg nehmen wir den Abstieg in Angriff, dann folgen wir eine Viertelstunde der Alpstrasse bis zur Gappenfeldalm. Die Johannisbeer- oder Holunderschorle, serviert von der jungen Dame, die wir auf der Gondelfahrt getroffen haben, löscht den Durst. Wir entscheiden uns für die knieschonende Variante und verzichten auf die 700hm hinunter zum Vilsalpsee und wandern über den gleichen Weg zurück zum Neunerköpfle. Den kurzen Aufstieg zum Gipfelkreuz des Neunerköpfle lassen wir uns nicht nehmen, bevor wir die Gondelbahn ins Tannheimer Tal wieder besteigen.
Regula Rey







































































































































