Schartihöreli 1692m
Es ist September und Hochwildjagd in Isenthal. Das vom Hauptstrom abgelegene Tal erfreut sich des Brauchtums, Handwerks, Ruhe und viel Eigenständigkeit. Aufeinander angewiesen ist gut spürbar. Ein Milliardär verschlägt es kaum hierhin – ausser er wittert ein Riesengeschäft.
Noch ist das Gewölbe über uns mit Wolken verhangen. Eine „blaue Wolke“ zeigt sich schüchtern über unseren Häuptern. Die letzte Ersteigung des Schartihöreli durch Mitglieder des SAC Mythen liegt viele Jahre zurück. Den Start der heutigen Bergtour beginnen wir am Eingang zum Isenthal an der Halstestelle „Chäppeli“.
Mit Agnes, Bernadette und Ursula sowie René, Stephan, Thomas, Walter und der Schreibende machten sich Wetterfeste, an den mit einem durchschnittlich 18 % steilen Anstieg, ans Tageswerk. „Stüüdägarbä oder Häiwgarä machä“ steht da an einem Unterstand geschrieben. Teil eines traditionsreichen Talhandwerkes.
Ein Drittel der Bergtour findet im Wald statt, die sich bestens für einen heissen Hochsommer eignet. Heute ist es kühl und abtropfende Tannennadeln entledigen sich der Feuchte. Der Regenschirm bleibt schön im Rucksack beziehungsweise zu Hause.
Ehe wir den Wald bei Kirchenrüti verlassen, knallte es unter uns. Ein Jäger frönt seiner Leidenschaft. Wir aber betrachten die weiter oben äsenden Gämsen und machen beim Stall einen kurzen Halt. Knapp 600 Höhenmeter haben wir zurückgelegt. 400 m stehen uns noch bevor.
Der Weg führt ab da über offenen Alpweiden und neben weidenden Kühen vorbei. Fast ketzerisch erscheint die Frage des Tourenleiter: „wer möchte via den Panoramaweg zum Gipfel“. In 10 Minuten stehen wir neben dem aufragenden Gipfelkreuz.
Für ein Gipfelfoto ist der Platz zu klein und die Aussicht zu „grossartig“ in Weiss. Über uns scheint sicher die Sonne. In etwa dieser Richtung der Gitschen, etwa hier vorne das Massiv des Urirotstockes und in dieser Richtung der Talchessel von Schwyz. Dahinten, wenn ihr ihn sieht, der imposante Bristen. Haha, nümmä luschtig! Somit ist alles über das Wetter gesagt.
2 ½ Stunden benötigten wir für die 1000 Höhenmeter. Bravo! Der Abstieg zum Wanggrat erweist sich als schmierig feucht und daher Ausrutschgefahr. Gietisflue und die luftige Seilbahn für eine Hälfte von uns in Sicht.
Wie Trockenfleisch hängen wir am Stahlseil 100 m in der Luft. Die Talstation im Chli Bergli erreicht, marschieren wir nach Isenthal „schnuerschtraggs“ ins Restaurant Urirotstock. Danke Stephan für den Spontaneinsatz am Stammtisch.
Der angepeilte Postbus nach „Chäppeli“ fährt nicht. Grund dafür ist eine Herde brauner Vierbeiner, die von den Alpen geholt werden. Wir tun es den Rindern gleich und laufen auf der Strasse zum Ausgangsort. Wäre da nicht Thomas. Er greift kurzer Hand in den Strassenverkehr ein, stoppt eine Isenthalerin, bittet diese erfolgreich die beiden Fahrer bis zur Bushaltestelle mitzunehmen, was sich in der Kürzung der Wanderzeit auswirkt.
Hend sorg, machids guet bis zum nächschte Mal
Louis Kälin






