Gurtnellen – Bristen, Felsenweg – Silenen
Nebst Regenutensilien mussten wir auch genügend Essen und Drinken einpacken, war doch auf der ganzen Tour kein Restaurant anzutreffen das noch offen hatte. Die OeV waren sehr gut belegt. Ueberall wo Leute ausstiegen, mussten die Schirme aufgemacht werden. Als wir in Gurtnellen Wiler den Bus verliesen fielen noch ein paar einsame Regentröpfli. Mangels Kaffeehalt machten wir uns sofort auf den Weg.
Der Reuss entlang staunten wir ob dem glasklaren Wasser. Die runden Granitbollen und der Sand auf dem Fussweg erinnerte, das das harmlose Bächlein nicht immer so friedlich dahinfloss. Dem Weg entlang waren einige Schaukästen aufgestellt, deren Inhalt informierte über das Leben am und im Wasser, die Geologie, die Wildhut und natürlich die Entstehung der Bahn vor über 150Jahren. Bei der Einmündung des Fellibaches in die Reuss konnte man die Reuss nur über dei Hängebrücke und Brücke über den Fellibach queren. Bis Meitschligen lief der Weg entlang der Autobahn. In dieser schmalen Stelle zwängten sich die Reuss, die Bahn, die Autobahn, die Kantonsstrasse und der Wanderweg durch das Tal. Im Gebiet Ried bis Vorderried wurde es wieder breiter.
Einige Häuser und Wege zeugten, das hier in früheren Jahrhunderten hier die Handelsstrecke vorbeilief. Die sogenannten Sust, heute gut renoviert, hatten Türen mit oben schmalen Durchlass , damit die Pferde eingestallt werden konnten. Die typische Auskragungen der Holzkonstruktion gab noch ein bisschen Vordach. Im Ried verliesen wir den Bahnweg und stiegen über Obsäumli Richtung Bristen auf. Nach der unterquerung der mächtigen Druckrohre des Kraftwerk Amsteg erreichten wir bald die Kapelle St. Anton. Unter dem Vordach auf der Treppe genossen wir das mitgebrachte Essen.
Jemand fragte, was auf der anderen Talseite sei. Die Antwort war einfach, das ist Frentschenberg, dorthin gehen wir noch. Grosses ungläubiges Staunen. Nach einem kurzen Marsch auf der Strasse erreichten wir Bristen. Nicht einmal dar Laden hatte offen. Erstaunt war mancher wieviel auf dem Felshügel über der Schlucht gebaut war. Neben Kirche und Schulhaus mit Sportplatz noch einige Wohnhäuser direkt über dem Abgrund. Nach der hohen Wehribrücke ging es auf der anderen Talseite wieder nach Westen. Im Frentschenberg besuchten wir noch die Kapelle St. Josef. Eine Tafel orientierte, das hier in früheren Jahren ein Pilgerweg nach Disentis vorbeiführte. Jetzt stand uns noch das "Heileit" des Tages bevor. Da es immer noch nicht regnete nahmen wir den Felsenwg und Abstieg durch den steilen Bannwald nach Silenen in Angriff. Jetzt ein kurzes "Rägeli", deren Tropfen vom Blätterdach aufgefangen wurden. Vom schönen Aussichtspunkt bei der Urnerfahne konnten wir noch einmal das Reusstal von oben bewundern.
In Silenen angekommen wusste der Tourenleiter ein Restaurant. Aber das hatte er nicht rekognosziert, es hatte nämlich auch geschlossen. Mit dem Bus nach Erstfeld, und einige wollten schon auf der Wirtschaftsseite aussteigen und lechzten schon nach Bier. Während wir in der Gartenwirtschaft den Tag ausklingen liessen, war plötzlich das Wetter da. Wir harrten aus und konnten ohne Regenschirm zum Bahnhof laufen. Eine intressante, vielfältige Tour ist hier zu Ende. Ich danke allen Teilnehmern und Teilnehmerinnen, die heute wieder in der Mehrzahl waren, das sie auch ohne Kaffee und ohne "murren" mitgemacht haben.





