Über dem Ägerisee
Der Siebenuhr – Stundenschlag der Kirche ist grad erst verklungen da schäbert es an meinem Handy. Die erste Abmeldung. Angeblich hat sich in der „SBB App ein Zeitfehler eingeschlichen“, so dass der geplante Zug nach 08:30 am Bahnhof Schwyz eintrifft. Die betroffene Person entschied darum auf halber Strecke umzukehren. Ist für mich nicht so schlimm. Es bleiben immer noch 7 Frauen und 8 Mannen, die sich für die leichte Wanderung entschieden haben.
Morgenbesuch
Während ich auf der Terrasse das Wetter studierte - „hüt isch nid leid“ - landet eine erschöpfte Erdhummel auf meiner linken Hand. Beim genaueren Betrachten handelt es sich um eine Arbeiterin, könnte aber auch eine Königin sein. Zuckerwasser mag sie nicht, dafür etwas Schweiss von meiner Haut. Ich hatte noch etwas Zeit zum Googeln - was das wohl bedeuten mag. Was ich da las lässt meinen Pulsschlag erhöhen.
„Die Hummel ist eine Botin, die die Geheimnisse des Lebens und des Dienens überbringt. Wenn die Hummel dein Krafttier ist und deine Energie zerstreut ist kann sie dir zeigen wie du wieder zu dir selbst findest. Hummeln werden seit der Antike mit Glück, Stärke und Entschlossenheit in Verbindung gebracht“.
Alles Vorgaben die ich heute bestens gebrauchen kann. Beeilung ist nun angesagt.
Die Wanderung
Nach einer kurzen Begrüssung und Info über den Verlauf der Wanderung fahren wir zum Campingplatz Naas. Dank des trockenen Waldweges über die Rapperenflue kommen gut voran. Beim Rastplatz „Rossallmig“ ist es auch Zeit zum Trinken und Verpflegung. Die Alpwirtschaft Brandhöchi, ein wunderschönes Plätzchen zum Verweilen, hat noch Wintersaison und für uns keinen begehrten Kaffee bereit. Die Bise bläst kräftig über die kleine Hochebene und beschert uns eine gute Fernsicht. Wir ziehen des Weges weiter Richtung Westen und beginnen mit dem Abstieg nach Resti. So nebenbei fragte ein Teilnehmer, dem Schreiber bekannt und ich nenne ihn Beatus, ob das Standart für eine Veteranentour sei. „Zuerst steil aufwärts, oben auf der Höhe kalter Biswind und danach wieder steil abwärts“. Natürlich, ist bei den Veteranen so. Auf einer Nebenstrasse kommt mir ein Bauer mit seinem Reformtraktor gerade recht. Wo ist das nächste offene Beizli für einen Kaffee? Schwierig, aber nur äs Kafi chan ich üch au machä. Ich wohnä grad da unnä. Vor dem denkmalgeschützten Bauernhaus machten wir es uns gemütlich. Trinken Kaffee und etwas Rivella. Der Zwipf wird dem Rucksack entnommen. Die Sonne trug ihres dazu bei. Nach ausgedehnter Rast geht es weiter nach Wilbrunnen und dem Ägerisee entlang zurück zum Campingplatz Naas, wo wir unsere Autos parkiert haben.
Zufriedene Gesichter und im Spiegelberg das verdiente Bier oder einen Kaffee.
Bis zum nächschte Mal
Louis Kälin, TL



