Nicht ganz Schijenstock – der Weg ist das Ziel
Am Morgen um 6.00 Uhr machten wir uns auf den Weg von der Göscheneralp aus in Richtung Schijenstock. Der Zustieg führte uns vorbei an der Bergseehütte, wo wir die morgendliche Ruhe und die eindrückliche Bergkulisse geniessen konnten. Bei angenehmen und kühlen Bedingungen erreichten wir den Einstieg ins Couloir, das die eigentliche Schlüsselstelle der Route war. Dort zeigte sich jedoch rasch, dass die Verhältnisse deutlich schlechter waren als erwartet. Im Couloir lag nur noch bis zur Hälfte hoch Schnee, wodurch viel loses und brüchiges Gestein freigelegt war. Die Kombination aus mangelnder Schneebedeckung und instabilem Fels machte den weiteren Aufstieg zunehmend heikel. Nach Beurteilung der Situation entschieden wir, auf den Gipfel zu verzichten und umzukehren. Der Entscheid fiel zwar nicht leicht, war aber angesichts der objektiven Gefahren eindeutig die richtige Wahl.
Der Abstieg verlief problemlos. Zurück bei der Bergseehütte legten wir eine gemütliche Pause ein und liessen uns den wohlverdienten Kaffee schmecken. Dort bestätigte uns später auch der Hüttenwart, dass es ohne Schnee bis ganz nach oben, dort nicht mehr hoch geht. Trotz des verpassten Gipfelerfolgs war die Stimmung gut. Die Tour bot eindrückliche Landschaften, wertvolle Erfahrungen und bestätigte einmal mehr, dass am Berg eine rechtzeitige Umkehr genauso zu einer gelungenen Tour gehört wie ein Gipfelsieg. Ganz nach dem Motto «der Weg ist das Ziel».
Danke Michael für die Tour!
Teilnehmende: Michael (Tourenleiter), Otmar, Beni, Tullia






