Gamidaurspitz 2309m
Ginge es nach den Komplimenten, die ich nach der Tour erfahren durfte, „Äs isch ä ganz ä schöni Tour gsi“, wäre mein Bericht hier zu Ende und wohl einer der kürzesten in unserem Vereinsleben.
Doch nein. 8 Frauen und 6 Mannen durfte ich an der Talstation der Pizolbahnen begrüssen. Diese werden mit einer Touränderung konfrontiert. Statt die geplante Wanderung in Gaffia zu beenden schlug ich vor, dass wir den nahen Garmil auch noch überschreiten was cirka 45 Minuten länger dauert. Einstimmig, Billette im Sack steigen wir in die Luftseilbahn. Danach wechseln wir auf die Gondelbahn und lassen uns die frische Alpenluft um die Nasen wehen. „Bi de Clara und Bruno im Gaffia Bergbeizli natürlich de Morgekafi. Gipfäli hend nid für all glanget“. Zeit für die eine oder andere News auszutauschen. Ab jetzt beginnt der Aufstieg zum Baschalva See. Einer der 5-Seen Wanderung. Noch 35 Minuten und wir stehen neben dem Steinmanndli auf dem unbemannten Gamidaurspitz. Die Fernsicht Richtung Südosten reicht bis zum Biancograt an der Bernina, dem Rosegg und dem Piz Palü. Richtung Westen erkennen wir die Massive des Tödi, Clariden, Vorab und Glärnisch. Unter uns das Weisstannental und die Rheinebene um Sargans. Der auffrischende kalte Wind drängte uns zum Abstieg. Die Wolken über uns wurden dichter und ganz im Westen wurde es auch schwärzer. Keine 30 Meter entfernt bestaunten wir faustgrosse Hasenboviste. Boviste sind ungiftig, wenn sie zur richtigen Zeit gesammelt werden. Da fällt mir eine Prognose vom Wetterschmöcker Peter ein. Er sagte: „ Wenn es viele Boviste und diese du überei siehst, gibt es einen kommenden Winter mit viel Schnee“ Warten wir mal ab. Wir lassen sie stehen und ziehen des Weges. Ab hier beginnen wir den Abstieg über den Garmil. Eine kurze steile Passage forderte unsere Trittsicherheit bis wir den Weg des Garmilhöhenweges erreichen. Die temporären vierbeinigen Alpbewohner haben in den vergangenen Tagen den Wanderweg mit den Hufen kräftig aufgewühlt. So zog ich es vor direkt über die Weide abzukürzen, was in die Beine ging, und weiter unten den Wanderweg anzupeilen. Auf dem Moun Teens Detektiv-Weg setzen wir unsere Wanderung fort. Als ob wir etwas verbrochen hätten schleichen wir uns Richtung Furt. Ja, dreckige Schuhe und Hosenstösse haben wir uns geholt. Das Strafmass ist noch nicht bekannt - bis dahin die Unschuldsvermutung. Auf Furt genehmigen wir uns den Verabschiedungstrunk. Noch bevor wir zu Hause angekommen sind, prasselte teilweise sintflutartig der Regen auf die Autoscheibe.
Hend sorg, machids guet bis zum nächschte Mal



