Fast-Müeterlishorn
Um 6:10 Uhr war Treffpunkt am Bahnhof in Brunnen – also eigentlich «ausschlafen», wenn ich an meine letzten Hochtouren und das frühe Aufstehen denke. :)
Ohne Gotthard-Stau fuhren wir zum Göscheneralpsee. Erst dort begann ein «Ziegenstau» entlang des Sees: Eine ganze Herde hatte offenbar denselben Weg geplant wie wir und fand, dass wir unser Tempo ruhig etwas drosseln könnten. Sie liessen uns teilweise kaum passieren.
Als wir es bis zum Abzweiger Älprigensee geschafft hatten, konnten wir den Anstieg endlich ohne weiteren Stau in Angriff nehmen. Am Älprigensee gönnten wir uns die erste Trinkpause – mit herrlicher Aussicht. Danach ging es weiter ins einsame Tal Richtung Müeterlishorn. Ab hier wurde das Gelände zunehmend anspruchsvoller: Blockgranit-Gekraxel, bei dem wir gut aufpassen mussten – selbst grosse Blöcke wackelten und rutschten. Immer wieder hörten wir Steinschlag und waren entsprechend aufmerksam. Beim Minigletscher angekommen (leider wirklich nur noch «mini»), zogen wir die Steigeisen an und machten uns auf zum Einstieg des Grats. Der Gipfel war nur noch etwa 60 Höhenmeter entfernt und bereits in Sichtweite. Doch dann entschieden wir uns, umzudrehen. Der Einstieg lag durch den zurückgegangenen Gletscher deutlich tiefer als erwartet, das Gelände war steinschlaggefährdet und es krachte immer wieder. Mit einer tollen Tour in den Beinen und im Kopf und dem Gipfel vor Augen waren wir uns alle einig: Es war definitiv die vernünftigere Entscheidung, hier nicht weiterzugehen. Genüsslich verschlangen wir unser Zmittag und machten uns an den Abstieg. Zur Belohnung huschte eine Steinbockfamilie mit drei Jungtieren vor uns her, und ein Adler kreiste über unseren Köpfen – mindestens genauso schön wie ein Gipfelerfolg. Glücklich und gesund kamen wir im Bergrestaurant Dammagletscher an und liessen den Tag mit Dessert und Getränken ausklingen. Vielen Dank für die Tour lieber Michael!
Teilnehmer: Michael (Tourenleiter), Mike, Roman, Tullia





