«Die Restfinanzierung durch Darlehen sichern»

Die Baubewilligung für den Umbau der Glattalphütte liegt vor. Jetzt muss noch die Restfinanzierung sichergestellt werden. Dafür liegen verschiedene Ideen vor.

 

Mit Stephan Baumann sprach Erhard Gick

Das erfreulichste vorneweg. Die Glattalphütte kann umgebaut und erweitert werden. Die dafür notwendige Baubewilligung liegt vor, seitens der Umweltverbände sind gegen das nachhaltige Bauvorhaben keine Einsprachen eingegangen. Was jetzt noch offen ist, ist die Restfinanzierung des Bauprojekts. Und dafür liegen verschiedene Ideen und Finanzierungsmodelle vor.

Das ganze Projekt kostet rund 1,6 Millionen Franken. Stephan Baumann, von welchem Kuchen der Finanzierung sprechen wir denn?

Stephan Baumann: Für knapp 10% der Gesamtkosten, dies entspricht rd. 150‘000 Franken fehlen uns bis jetzt definitive Zusagen. Zum Teil haben erste Vorabklärungen stattgefunden, aber definitiv ist es wie gesagt noch nicht.

Sie sprechen von einer Restfinanzierung von 150‘000 Franken, wie soll dieser Betrag aufgebracht werden?

Es gibt da verschiedene Stellen, welche wir angehen möchten. Erste Abklärungen haben ergeben, dass wir ein Gesuch an den Lotteriefonds stellen können. Es gibt aber auch Stiftungen, welche Beiträge für Projekte wie das unsere bewilligen.

Wie steht es denn mit den Eigenmitteln des Vereins. Es wurden ja Rückstellungen getätigt. Reichen dieses Mittel nicht aus beziehungsweise wofür werden diese verwendet?

Aus dem sektionseigenen Hüttenfonds können wir rd. 300‘000 für das Projekt Glattalphütte abzweigen. Die gesamten vorhandenen Mittel dürfen wir nicht einsetzen, da wir bei unseren Hütten immer wieder auch mit Unvorhergesehenem rechnen müssen.

Wie sieht denn das Finanzierungsmodell generell aus?

Wir dürfen davon ausgehen, dass der Hüttenfonds des Zentralverbandes rd. 30% der Baukosten, dies entspricht rd. einer halben Mio., übernehmen wird. Aus dem sektionseigenen Hüttenfonds dürfen wir wie bereits erwähnt rd. 300‘000 Franken einsetzen. Der von der GV 2017 beschlossene Hüttenbatzen (4 Jahre à 30.--) wird ca. 180‘000 Franken ergeben. Tragbarkeitsrechnungen haben zudem ergeben, dass es für die Sektion verkraftbar ist, einen Teil der Baukosten mit Darlehen zu finanzieren. Wir haben uns da eine Grenze von 500‘000 Franken gesetzt. Somit fehlen die eingangs erwähnten knapp 10%.

War es schwierig, die bisherigen Mittel überhaupt aufbringen zu können?

Das schwierigste war meines Erachtens, die Grenze zu definieren, wieviel unser Gesamtbudget für die Sanierung überhaupt betragen darf. Mir ist zum Beispiel von anderen Sektionen zu Ohren gekommen, dass eine Fremdfinanzierung für einen gemeinnützigen Verein ein No-Go sei.

Wäre ein «Crowdfunding» auch eine Möglichkeit zur Mitfianierung?

Ich kann mir eine Crowdfunding durchaus vorstellen. Dazu braucht es jedoch originelle Ideen. Ich weiss auch nicht ob auf diese Weise Summen in der Grössenordnung wie wir sich noch benötigen, beschafft werden können. Ausprobieren sollten wir es auf jeden Fall.

Können Mitglieder weiterhin Spenden für das Hüttenbauprojekt einzahlen?

Aber selbstverständlich! Damit Spenden von den Steuern in Abzug gebracht werden können, empfehlen wir allfälligen Spender mit uns (Präsident oder Kassierin) Kontakt aufzunehmen. Wir können dann das genaue Vorgehen besprechen. Zudem werden wir unsere Freimitglieder auch dieses Jahr auffordern, den Hüttenbatzen auf freiwilliger Basis beizusteuern.

Sie haben eine spezielle Finanzierung angedacht. Wie sieht ihre Idee aus?

Aus meiner beruflichen Tätigkeit weiss ich, dass es Leute gibt, welche über beachtliche finanziellen Mittel verfügen. Wenn dieses Geld auf einem Bankkonto liegt, gibt es im gegenwärtigen Zeitpunkt praktisch keinen Zins. Sollte es unter unseren Mitgliedern ebenfalls solche Personen geben, welche uns ein Darlehen gewähren würden, könnten wir die Bankfinanzierung auf einem Minimum behalten.

Welche wichtigen Partner unterstützen denn dieses Projekt bereits?

Als wichtigster Partner kann sicher der Zentralverband genannt werden. Ebenfalls wichtig erscheint mir, dass wir die Zusicherung von zwei lokalen Bankinstituten haben, welche unseren Finanzplan als glaubwürdig betrachten und uns als Finanzierungspartner zur Seite stehen.

Werden auch spezielle Fördermittel beansprucht oder ist beabsichtigt, solche Quellen «anzuzapfen»?

Bereits erwähnt habe ich ja schon den Lotteriefonds. Da wir Mitglied im Kantonalen Sportverband sind, stehen unsere Chancen gut, aus diesem Topf etwas zu bekommen.

Aus der Sicht des SAC Mythen ist der Umbau beziehungsweise die Erweiterung der Glattalp-Hütte ein grosses Projekt, nicht luxuriös oder überteuert. Trotzdem sind die Aufwendungen beachtlich. Wie waren die bisherigen Reaktionen der Mitglieder und der Öffentlichkeit?

Zu Beginn oder eher vor der eigentlichen Projektierungsphase haben sich schon einige Mitglieder kritisch dazu geäussert ob es grundsätzlich sinnvoll sei in die Glattalphütte zu investieren. In der Zwischenzeit sind diese Stimmen verstummt. Ich denke, dass unsere Mitglieder dem Vorstand und der Baukommission vertrauen, dass wir mit Augenmass vorgehen und kein Prestigeobjekt realisieren wollen.

Das Zentralkomitee muss noch seinen Segen auch zum finanziellen Teil geben. Bis wann muss die Finanzierung sichergestellt sein?

Das Projekt mit Finanzierungsnachweis muss bis Mitte 2019 an die zentrale Hüttenkommission eingereicht werden. Wenn das Projekt von der Hüttenkommission das ok bekommt, wir die Präsidentenkonferenz im November darüber abstimmen.

An der nächsten GV müssen die Mitglieder das Projekt Ausbau und Erweiterung Glattalphütte absegnen. Eine positive Grundhaltung ist ja bereits signalisiert worden. Wann ist denn mit einem Baubeginn zu rechnen?

Unser Projektteam rechnet damit, dass im Sommer/Herbst 2020 der Umbau stattfinden kann und im Frühling/Sommer 2021 die Glattalphütte in neuem Glanz erstrahlen wird.


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