Guter Rucksack für  alpinen Sommer

In den Bergen sicher unterwegs sein. Rund zwei Dutzend Mitglieder des SAC Mythen verfeinerten in der Gegend des Steingletschers ihre alpinistischen Fähigkeiten, begleitet von erfahrenen Bergführern.

 

Erhard Gick

In die Berge gehen, in den Bergen unterwegs sein, das erfordert ein grosses Fachwissen, sei es, wenn man auf eine Hochtour geht oder wenn man sich auf alpinen Wanderwegen zu Hause fühlen will. Dieses Fachwissen müsse man immer wieder erneuern und sich auch neue Techniken aneignen, sagt Bergführer Adi Schuler. Zusammen mit Thomas Strüby, Thomas Schilter und erstmals mit Heinz Tschümperlin organisierte er den alljährlichen Sommerkurs «Aus- und Weiterbildung Bergsteigen und alpines Bergwandern». Als Übungs- und Anwendungsgelände wurde der Steingletscher am Sustenpass ausgewählt. «Dieses Gelände ist so vielseitig, dass wir alle Sparten des Bergsteigens, aber auch das Bergwandern ausgezeichnet unterrichten können», sagte Adrian Schuler.

«Unser Kurs hat durch das Modul alpines Bergwandern eine Aufwertung erfahren. Ich bin begeistert, mit welchem Einsatz in den einzelnen Gruppen gearbeitet wurde», sagt Bergführer und Kursleiter Adi Schuler. «Ich muss auch ein Lob an die Klassenlehrer aussprechen, sie haben ganze Arbeit geleistet», so Kursleiter Adi Schuler. «Zudem finde ich es wertvoll, wenn unsere Sektion Kurse anbieten kann, die mit unseren Bergführern als Klassenlehrer belegt werden können. Es ist wertvoll, wenn wir Bergführer mit unseren Sektionsmitgliedern zusammen in der Bergtechnik einen Schritt weiterkommen.» In den Sommerkursen geht es jeweils tatsächlich darum maximal vom Gelände und vom grossen Fachwissen der Bergführer zu profitieren.

Theorie in der Praxis ideal umgesetzt

Bergführer Heinz Tschümperlin beteiligte sich erstmals an diesem Vereins-Weiterbildungskurs. Entsprechend begeistert war er am Kursende und gab den Beteiligten des alpinen Bergwanderns gute Noten. «Vom Gelände her hatten wir ideale Voraussetzungen. Es hatte gar viel Schnee, aber die Kursteilnehmer lernten Bäche zu überqueren, Wächten für eine Begehung zu durchbrechen und den Umgang mit Pickel und Steigeisen», so Heinz Tschümperlin. Was am ersten Tag in der Theorie und zahlreichen Geländeformen zu Anwendung kam, wurde dann am Sonntag umgesetzt. Dazu Kursteilnehmer Beat Gerber: «Wir haben viel Praxis erhalten und viel profitiert von den Erfahrungen des Bergführers. Für mich war der Kurs ein Erfolg.»

Für Einsteiger und Fortgeschrittene

In der Felsausbildung hat Bergführer Thomas Strüby alle Basics am Fels instruiert: Anseilarten, Seilverkürzungen, Standplatzeinrichtungen, aber auch das Abseilen kam nicht zu kurz. «Bei der Anwendungstour am Sonntag mussten wir nach etwas mehr als einem Drittel der Tour abbrechen, es war zu glitschig und es lag zu viel Schnee. Im Klettergarten konnten wir uns aber ausgezeichnet in allen Facetten des Felskletterns austoben», so der Schwyzer. Die Kursteilnehmer seien interessiert an der Arbeit gewesen, eine Freude für den Klassenlehrer. Auf denselben Nenner kam Bergführer Thomas Schilter. «Wir haben am Samstag einen ausgezeichneten Ausbildungstag erlebt. Das Erlernte wollten wir unbedingt am Sonntag in einer Praxistour anwenden.» Am Giglistock fanden die Kursteilnehmer zwei Schlüsselstellen vor, die mit gezielten Seilsicherungen entschärft werden konnten. «Wir sind mit unserem Bergführer sehr zufrieden, wir haben viel gelernt», war der allgemeine Tenor der Gruppe von Thomas Schilter.

Positives Fazit zum Kurs

Adi Schuler zeigt sich am Sonntagnachmittag, am Kursende zufrieden. «Der Steingletscher war für uns ein ideales Ausbildungsgelände. Alle Teilnehmenden haben in den zwei Tagen Fortschritte erzielt», so der Kursleiter. Die Kursbesucher sind alle befähigt, in kleinen Gruppen auf Hochtour zu gehen. Das bedingt aber grundlegendes Wissen in unterschiedlicher Alpintechnik. Das Handwerk am Fels, auf Schnee oder Eis (Gletscher) beginne bei der korrekten Materialhandhabung. Die Knotenlehre und die Seilhandhabung müssten blind sitzen.


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